Neue EU Gewährleistungs- und Garantielabel

Organisation und Implementation weiterer Anforderungen für B2C-Shops
Die digitale Customer Journey wird ab dem 27. September 2026 um ein verpflichtendes Element reicher. Mit der neuen EU-EmpCo-Richtlinie kommen standardisierte Labels für Gewährleistung und Garantien, die das Vertrauen der Nutzer in langlebige Produkte stärken sollen.
Für Shop-Betreiber und Entwickler ist dies vor allem eine technische Herausforderung: Wie lassen sich die dynamischen Daten herstellerkonform ausspielen, ohne das UX-Design zu stören? In diesem Leitfaden erfahren Sie alles zur technischen Umsetzung.
Die zwei Säulen der neuen Kennzeichnung
1. Das statische Gewährleistungs-Label
Informiert über die gesetzliche 2-Jahres-Frist. Da diese EU-weit einheitlich ist, bleibt das Label in der Regel unverändert und wird global für alle B2C-Artikel ausgespielt.

2. Das dynamische Garantie-Label
Wird nur angezeigt, wenn eine kostenlose Herstellergarantie von mehr als 24 Monaten besteht. Hier muss das System die exakte Dauer (z.B. „5 Jahre“) dynamisch in das Label-Design (vorgeschriebene Schriftart: Inter) einfügen.
Technische Anleitung zur Umsetzung in Shopware
Für Betreiber eines Shopware-Shops (insbesondere Shopware 6) bedeutet die Umsetzung konkrete Arbeit im Backend und am Theme:
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Anlegen von Zusatzfeldern (Custom Fields): Über die Shopware-Verwaltung müssen Sie ein neues Zusatzfeld-Set erstellen. Hier werden zwei Felder benötigt: Ein technisches Auswahlfeld (Checkbox) für das Gewährleistungs-Label und ein Ganzzahl-Feld (Integer) für die Dauer der Herstellergarantie in Monaten oder Jahren.
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Pflege über Produkt-Schnittstellen (ERP/PIM): Wenn Sie hunderte oder tausende Artikel führen, sollten diese Zusatzfelder nicht manuell gepflegt werden. Die Felder müssen in die API-Schnittstelle zu Ihrem ERP- (Warenwirtschaft) oder PIM-System (Produktinformationsmanagement) integriert werden, damit die Garantielaufzeiten der Hersteller automatisch in Shopware importiert werden.
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Anpassung des Storefront-Themes (Twig-Templates): Die Bilddateien der offiziellen EU-Labels (als geschützte SVGs) müssen im Theme hinterlegt werden. Über die Twig-Templates der Produktdetailseite wird eine Logik eingebaut: Wenn das Feld „Herstellergarantie“ größer als 2 Jahre ist, spiele das dynamische Garantie-Label aus, andernfalls nur das statische Gewährleistungs-Label.
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Integration im Checkout-Prozess: Damit die Labels auch im Warenkorb und auf der Bestellabschlussseite erscheinen, müssen die entsprechenden Twig-Templates für die Line-Items (die Produktzeilen im Warenkorb) angepasst werden. Hier bietet sich die von der EU erlaubte „geschachtelte Anzeige“ (Nested Display) an, bei der im kompakten Warenkorb zunächst nur ein kleines Icon angezeigt wird, das sich bei Klick öffnet.
Design-Vorgaben: Kein Spielraum für CI
Die EU-Kommission schreibt das Design exakt vor. Die Labels müssen im Webshop zwingend farbig ausgespielt werden. Eine Anpassung an ein spezifisches Corporate Design (wie ein individuelles Marken-Blau) ist rechtlich nicht zulässig, sofern der gesamte Shop nicht vollständig monochrom (schwarz-weiß) gestaltet ist.
mdc. hilft
Wir kommen in Kürze auf alle betroffenen Kunden zu und bieten Unterstützung bei der Umsetzung an, insbesondere wenn unser PIM-System mdc.multikat eingebunden ist.
Hinweis zur Erstellung
Die Symbolbilder dieses Beitrags wurden von der KI Gemini erstellt.
Quellen:
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Grafik-Assets (SVG/Vektor-Pakete): Download der EU-Kommission für alle Amtssprachen
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Design-Vorgaben: Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960
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Gesetzestext (EmpCo-Richtlinie): Richtlinie (EU) 2024/825 im EU-Rechtsportal EUR-Lex
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